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Nachberichterstattung zur 60. Tiroler Haflinger Stutfohlen Auktion

Samstag, 26.09.2026 & 27.09.2026

60. Tiroler Haflinger Stutfohlen-Auktion: Alle Fohlen verkauft – Jubiläum mit rund 2.500 Besuchern und Käufern aus ganz Europa

Preisspitze bei 12.900 Euro, Durchschnittspreis 2.880 Euro – Ehrungen für zwei treue Stammkäufer aus Deutschland und den Niederlanden

Ebbs. Bei strahlendem Kaiserwetter ging am Samstag, 26. September 2026, am Fohlenhof Ebbs die 60. Tiroler Haflinger Stutfohlen-Auktion über die Bühne – und die Jubiläumsauktion hielt, was sie versprochen hatte. Rund 2.500 Besucherinnen und Besucher, darunter zahlreiche Gäste aus ganz Europa, verfolgten in der Fohlenhof Arena, wie Auktionator Michael Walser gekonnt und mit viel Gespür durch die Versteigerung führte. Die Bilanz des Haflinger Pferdezuchtverbandes Tirol: Wie schon in den vergangenen Jahren wurden auch zur 60. Auktion restlos alle Fohlen aus allen sieben Blutlinien verkauft – zu einem Durchschnittspreis von 2.880 Euro netto und an Käuferinnen und Käufer aus acht Nationen.

Traditionell eröffnete die Bundesmusikkapelle Ebbs die Jubiläumsauktion und schuf den festlichen Rahmen für einen besonderen Tag in der 60-jährigen Geschichte der Stutfohlen-Auktion. Obmann ÖR Lukas Scheiber und Gestütsleiter Robert Mair begrüßten die zahlreichen Gäste und eröffneten die Versteigerung mit einem Rückblick in die 60-jährige Geschichte der Auktion. Grußworte überbrachten Landtagsabgeordneter und Vize-Bgm Sebastian Kolland, der Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol ÖR Josef Hechenberger sowie der Ebbser Bürgermeister ÖR Josef Ritzer.

Solides Ergebnis in einem schwierigen Marktumfeld

Die Rahmenbedingungen hätten heuer kaum herausfordernder sein können: Gestiegene Futter- und Haltungskosten, eine nach einer schwächeren Ernte vielerorts angespannte Raufuttersituation und eine insgesamt gedämpfte Kauflaune prägen derzeit den gesamten europäischen Pferdemarkt. Auch renommierte Fohlenauktionen im benachbarten Ausland mussten 2026 Rückgänge bei Umsatz und Preisniveau hinnehmen oder konnten nicht alle Fohlen vermarkten. Umso höher ist das Ergebnis von Ebbs einzuordnen: eine Verkaufsquote von 100 Prozent, eine breite internationale Käuferschaft und ein solides Preisniveau in allen drei Verkaufsklassen. Mit 2.880 Euro liegt der Durchschnittspreis zudem über dem Ergebnis von 2024 (2.725 Euro).

Dass in Ebbs Jahr für Jahr alle Fohlen einen Käufer finden, ist kein Zufall, sondern Ergebnis konsequenter int. Ganzjähriger Werbung und Qualitätssicherung: Hinter jedem Tiroler Fohlen steht ein bewusster Weg der Aufzucht, der Selektion und genetischer Absicherung, der sozialisierten Aufzucht mit Alpung die sprichwörtliche Robustheit und Gesundheit der Tiroler Haflinger begründen, bis hin zum „Fohlen-ABC“ zur sanften Gewöhnung an den Menschen. Zusätzlich wird jedes Fohlen am Auktionstag tierärztlich kontrolliert – Fohlen, die nicht ganz gesund und in Topform waren, wurden konsequent nicht versteigert und wieder nach Hause geschickt. Der Haflinger Pferdezuchtverband Tirol steht für Qualität – darauf können sich Käuferinnen und Käufer aus aller Welt verlassen.

Die Stutfohlen-Auktion bestätigt damit einmal mehr ihre Rolle als wichtigster Verkaufskanal der Tiroler Haflingerzüchterinnen und -züchter. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten setzen Käufer bewusst auf geprüfte Qualität, gesicherte Abstammung und die Transparenz einer öffentlichen Versteigerung – und damit auf das, wofür der Fohlenhof Ebbs seit sechs Jahrzehnten steht.

Käufer aus neun Nationen

Die Tiroler Stutfohlen treten ihre Reise in alle Himmelsrichtungen an: Neben Käufern aus Tirol und den übrigen österreichischen Bundesländern ersteigerten Haflingerfreunde aus Belgien, den Niederlanden, England, Deutschland, Tschechien, Dänemark, Luxemburg und Südtirol Fohlen am Fohlenhof. Den weitesten Weg nehmen zwei Stutfohlen, die Emily Bambridge ins Vereinigte Königreich holt.

Besonders auffällig – und ein Trend, der sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat: Internationale Käuferinnen und Käufer liefern sich immer öfter Bietgefechte mit den Tiroler Züchtern um die Top-Fohlen und bieten auch bei hohen Preisen selbstbewusst mit. Die Tiroler Spitzenqualität ist damit längst nicht mehr nur im Inland gefragt, sondern wird in ganz Europa gezielt gesucht.

Preisspitze mit 12.900 Euro – starke Ergebnisse in allen Klassen

Zum begehrtesten Fohlen der Jubiläumsauktion avancierte gleich die Katalognummer 1: Das Stutfohlen „Luise“ aus der ST-Linie, Klasse I (V: Sternengold – M: Landera) aus der Zucht von Jennifer Zebisch aus Imst wurde nach einem spannenden Bietgefecht um 12.900 Euro – mehr als das Siebenfache des Ausrufpreises von 1.800 Euro – der Familie Gurschler aus Sölden zugeschlagen, die selbst mit Fohlen im Katalog vertreten war.

Besonders erfreulich aus Sicht des Verbandes: Auch Spitzenfohlen aus anderen Blutlinien erzielten Höchstpreise. Das teuerste Fohlen der Klasse IIa+, „Hannja“ (Kat.-Nr. 87, W-Linie, V: Wotan – M: Hellena) aus der Zucht von Daniel Zangerl aus See im Paznaun, wechselte um 5.900 Euro zur Züchterfamilie Löffler nach Tirol. Das teuerste Fohlen der Klasse IIa, „Hiana“ (Kat.-Nr. 89, V: Wotan – M: Hanina) aus der Zucht von Daniela Melmer aus Arzl im Pitztal, ging um 4.500 Euro an Fam. Planitzer nach Österreich. Ein schönes Zeichen für die Qualität und Breite der Tiroler Haflingerzucht über alle Blutlinien und Zuchtklassen hinweg.

Wertschätzung für treue Stammkäufer

Peter Blick aus Moosbruch (Deutschland) ist den Haflinger Pferden seit 1984 verbunden. 1990 nahm er erstmals an der Auktion in Ebbs teil, 1996 ersteigerte er seine ersten vier Fohlen – und seither ist er jedes Jahr, bis heute, als Käufer am Fohlenhof dabei. Bei der Jubiläumsauktion ersteigerte er nun sein 115. Fohlen. Die Auktion wurde dafür eigens unterbrochen und Peter Blick in der Arena geehrt.

Hans van den Berg aus Arcen in den Niederlanden verbindet eine Familiengeschichte mit der Tiroler Haflingerzucht, die sogar weiter zurückreicht als die Auktion selbst: Bereits 1961 brachte sein Großvater die ersten Haflinger per Zug von Tirol in die Niederlande. Er selbst kaufte 1983/84 seine ersten Tiroler Haflinger und ersteigert seit rund 30 Jahren seine Pferde auf der Auktion in Ebbs. Heuer wurde er für den Kauf seines 150. Tiroler Haflinger Pferdes geehrt.

Der Haflinger Pferdezuchtverband Tirol ist beiden Käufern für ihre jahrzehntelange Treue sehr dankbar. Diese Verbundenheit ist nicht selbstverständlich – umso mehr freut sie den Verband. Zugleich ist sie Auftrag: Tiroler Qualität zu bieten, ist und bleibt oberstes Gebot. Und sie zeigt, was den Fohlenhof Ebbs seit Jahrzehnten ausmacht: Er ist Treffpunkt und Heimat der Haflingerfreunde aus aller Welt – ein Ort, an dem sich Züchterfamilien und Käufer oft über Generationen kennen und Pferdekauf Vertrauenssache ist.

Sonntag: Haflinger-Erlebnistag für ein breites Publikum

Seinen würdigen Abschluss fand das Jubiläumswochenende am Sonntag, 27. September, mit dem Haflinger-Erlebnistag am Fohlenhof. Bei Kaiserwetter und freiem Eintritt nutzten zahlreiche Familien, Pferdefreunde und Gäste die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Weltzentrums der Haflingerzucht zu werfen – mit Vorführungen „Haflinger live“, Führungen durch das Gestüt, der Ehrung der Tiroler Meister im Haflinger-Pferdesport und einem Rückblick auf 60 Jahre Auktionsgeschichte.

Der Haflinger Pferdezuchtverband Tirol (HPT) gratuliert allen Käuferinnen und Käufern sowie Züchterinnen und Züchtern sehr herzlich und bedankt sich bei allen Besucherinnen und Besuchern sowie allen Helferinnen und Helfern, die das Jubiläumswochenende zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.

Termine vormerken

Schon am Samstag, 10. Oktober 2026, lädt der Fohlenhof Ebbs zum „Tag der Junghengste“ mit Präsentation der Hengstkandidaten (11 Uhr), Almabtriebsfest und Haflinger Hengstalmabtrieb (13 Uhr) – bei freiem Eintritt. Das 61. Tiroler Haflinger Auktionswochenende findet am 25. und 26. September 2027 am Fohlenhof Ebbs statt.

Information

Haflinger Pferdezuchtverband Tirol
Fohlenhof Ebbs
Schlossalle 27 - 29
A–6341 Ebbs
Tel: +43 5373 42210
info@haflinger-tirol.com
www.haflinger-tirol.com
Sechs Pferde grasen auf einer grünen Wiese in einer Berglandschaft bei Sonnenuntergang. Im Vordergrund blühen bunte Wildblumen. Der Himmel ist rosa gefärbt.

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