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Tiroler Haflinger Stutfohlen Auktion

PFERDEFACHARTIKEL sowie PRESSEARTIKEL KURZVERSION | 2026

60. Tiroler Haflinger Stutfohlen-Auktion am 26. September 2026 – sechs Jahrzehnte Zuchtgeschichte am Fohlenhof Ebbs

Jubiläumsauktion mit Stutfohlen aller sieben Blutlinien, eingeteilt in Zuchtwertklassen – am Sonntag Haflinger-Erlebnistag bei freiem Eintritt

Von der Wiesenversteigerung 1966 zum wichtigsten Verkaufskanal der Rasse

Als der Haflinger Pferdezuchtverband Tirol am 24. September 1966 zur „Ersten großen Haflinger Fohlenversteigerung“ an den Fohlenhof Ebbs lud, war eine rein großangelegte Verkaufsveranstaltung dieser Art einzigartig. Rund 150 Fohlen aus der A-, N-, W-, M- und ST-Linie wurden damals – der Zeit entsprechend schlicht auf der Wiese – angeboten; der Ausrufpreis der Spitzenklasse lag bei 3.500 Schilling, der Höchstpreis bei bemerkenswerten 15.000 Schilling für ein Stutfohlen der ST-Linie. Zum Vergleich: Ein Arbeits- und Zuchtpferd kostete im selben Jahr durchschnittlich 6.125 Schilling.
Was folgte, ist internationale Zuchtgeschichte: Noch 1966 begann mit dem Kauf eines erstklassigen Auktionsfohlens die Haflingerzucht in Belgien, 1968 gelangen Exporte bis ins Königreich Bhutan, 1973 folgten Thailand und Australien. Über die kleine Reithalle (ab 1968) und die große Reithalle (ab 1971) wuchs die Veranstaltung 1990 auf den Reitplatz im Freien und fand 1993 mit der überdachten Fohlenhof Arena für 3.500 Besucher ihre heutige Heimat. Austragungsort und Termin – der letzte Samstag im September – blieben in sechs Jahrzehnten unverändert. Heute stehen über 250.000 reingezogene Haflinger in mehr als 40 Nationen; die Fohlenauktion ist nach wie vor der wichtigste Verkaufskanal des Verbandes und die einzige Haflinger-Versteigerung der Welt, bei der Fohlen von Weltsiegerstuten und Weltsiegerhengsten erworben werden können.

Von Ebbs in die Welt: Der Anteil der Auktion am weltweiten Zuchtaufbau

Seit 1966 wurden über die Stutfohlen-Auktion Ebbs Fohlen in mehr als 40 Nationen auf allen Kontinenten verkauft – vom Nachbarland Bayern bis ins Königreich Bhutan, von Brasilien bis Australien. Ein großer Teil der heute über 250.000 reingezogenen Haflinger Pferde weltweit stammt direkt oder indirekt von Fohlen ab, die einst am Fohlenhof Ebbs ersteigert wurden. Ob USA, Kanada, Australien, Brasilien oder Namibia: Praktisch jede bedeutende internationale Haflinger-Population wurde – früher wie heute – mit Fohlen aus Tirol, vielfach direkt von der Stutfohlen-Auktion in Ebbs, aufgebaut und weiterentwickelt.
Diese globale Rolle hat einen festen Ankerpunkt: Die Reinzucht des Haflingers ist im Zuchtbuch des Haflinger Pferdezuchtverbandes Tirol verankert, das für die internationale Haflingergemeinschaft als Referenz gilt. Zum 60-jährigen Jubiläum der Stutfohlen-Auktion zeigt sich damit eindrücklich, welchen Anteil eine einzelne Verkaufsveranstaltung am Fohlenhof Ebbs am Aufbau einer weltweiten Pferderasse hatte und bis heute hat.
Auch logistisch hat sich der Export in dieser Zeit grundlegend gewandelt: Der erste große Übersee-Export 1958 in die USA erfolgte noch per Schiff, die Tiere wochenlang auf dem Atlantik unterwegs. Heute erfolgt der internationale Pferdetransport – ob per Container-Verschiffung ab Rotterdam oder mit spezialisierten Pferdetransportern über den Landweg – nach den Vorgaben der EU-Tiertransportverordnung (VO (EG) Nr. 1/2005): klimatisierte und gepolsterte Transportboxen, tierärztliche Transportfähigkeitsbescheinigung, geschultes Begleitpersonal sowie vorgeschriebene Ruhe- und Versorgungsintervalle gelten dabei unabhängig vom Zielort – höchstes Tierwohl im Pferdetransport ist Standard, nicht Ausnahme. Dieser Aufwand hat seinen Preis: Der fachgerechte Transport eines Fohlens macht mittlerweile einen Kostenanteil aus, der sich dem eigentlichen Kaufpreis annähert – ein Faktor, den Käuferinnen und Käufer aus Übersee bei der Kaufentscheidung mit einkalkulieren.

Marktentwicklung: Von Absatzschwierigkeiten zu neuen Rekordergebnissen

Die Geschichte der Stutfohlen-Auktion ist auch eine Geschichte des Strukturwandels der Rasse: vom Arbeitspferd der Tiroler Landwirtschaft hin zur wohl vielseitigsten Pferderasse der Welt, heute gefragt als Freizeit- und Sportpartner ebenso wie in der Zucht – ein Wandel, der maßgeblich über den internationalen Verkaufserfolg der Ebbser Auktion vorangetrieben wurde. Dieser Strukturwandel brachte auch Phasen mit sich, in denen sich Angebot und Nachfrage neu einpendeln mussten: Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft verlor der Haflinger als reines Arbeitspferd an Bedeutung, und auch der allgemeine Pferdesektor blieb von konjunkturellen Schwankungen nicht verschont. 2023 etwa dokumentierte der Verband selbst eine schwierige allgemeine Marktlage am Pferdesektor mit spürbaren Nachfrage- und Preiseinbrüchen infolge gestiegener Haltungskosten.
Bemerkenswert ist die Resilienz der Auktion in genau diesen Phasen: In den vergangenen Jahren wurden am Fohlenhof Ebbs stets restlos alle angebotenen Fohlen verkauft – 2023 etwa alle 114 angebotenen Tiere trotz angespannter Marktlage. Die Preisentwicklung zeigt die Erholung deutlich: von einem Rekord-Durchschnittspreis von 4.600 Euro netto im Jahr 2022 – mit Einzelzuschlägen von über 16.000 Euro für Spitzenfohlen – über 2.725 Euro netto 2024 bis zu 3.613 Euro netto bei der 59. Auktion 2025, bei gleichzeitig wachsender internationaler Käuferbasis aus mittlerweile zehn Nationen.
Diese Zahlen unterstreichen die Rolle der Stutfohlen-Auktion Ebbs weit über den reinen Verkaufsakt hinaus: Sie ist bis heute der wichtigste Verkaufskanal des Verbandes, gilt in der internationalen Haflingergemeinschaft als Preis-Benchmark der Rasse und ist der jährliche Treffpunkt von Züchtern, Käufern und Haflingerfreunden aus aller Welt.

Das Zuchtkonzept: Reinzucht, sieben Blutlinien, Zuchtwertklassen

Zur 60. Auktion am Samstag, den 26. September 2026, gelangen ausschließlich reingezogene Haflinger Stutfohlen aller sieben Blutlinien zur Versteigerung, eingeteilt in Zuchtwertklassen. Käuferinnen und Käufer erwerben Fohlen aus durchgezüchteten, über viele Generationen genetisch abgesicherten Mutterlinien – darunter auch Vertreterinnen seltenerer Blutlinien. Der Erhalt aller Blutlinien in größtmöglicher genetischer Diversität ist seit der konsequenten Rückkehr zur Reinzucht im Jahr 1945 zentrale Aufgabe, die der Tiroler Verband für die gesamte internationale Haflingergemeinschaft erfüllt.
Die Aufzucht der Tiroler Fohlen erfolgt naturnah mit Weidung und Alpung im natürlichen Herdenverband – mit Temperaturunterschieden von bis zu 30 Grad Celsius im Almsommer. Diese Abhärtung, verbunden mit der Akklimatisierungsfähigkeit in großen Höhenlagen, wirkt sich nachweislich positiv auf die Entwicklung der Jungpferde aus und begründet die sprichwörtliche Robustheit und Gesundheit der Tiroler Haflinger.

Ablauf am Auktionstag

Die Auktionsfohlen werden am Samstag ab 7 Uhr früh angeliefert. Interessierte haben anschließend die Möglichkeit, die Fohlen in der großzügigen Atmosphäre der Multifunktionshalle ausgiebig zu begutachten. Nach dem Einmarsch der Bundesmusikkapelle Ebbs um 10 Uhr und der offiziellen Begrüßung beginnt die Versteigerung mit den reingezogenen Stutfohlen aus dem Tiroler Verbandsgebiet. Ob für den Zucht-, Sport- oder Freizeitbereich: Die unterschiedlichen Verkaufsklassen bieten für jeden Einsatzzweck hervorragende Fohlen in gewohnter Tiroler Qualität. Die Nachfrage überstieg in den vergangenen Jahren jeweils das Angebot – eine frühzeitige Anreise und Registrierung als Bieter wird empfohlen.

Sonntag: Haflinger-Erlebnistag mit Generalversammlung der HWZSV

Am Sonntag, 27. September 2026, findet zunächst die Generalversammlung der Haflinger Welt-, Zucht- und Sport Vereinigung (HWZSV) statt. Anschließend öffnet der Fohlenhof beim „Haflinger-Erlebnistag“ Stallungen und Anlagen für das Publikum – bei freiem Eintritt. Geplant sind unter anderem geführte Stationen zu Themen wie Fohlenaufzucht, Zuchtwertschätzung und moderner Pferdezucht, moderierte Vorführungen der Einsatzbereiche des modernen Haflingers in Dressur, Springen und Fahrsport, die Ehrung der Tiroler Meister im Haflinger-Pferdesport, ein Rückblick auf 60 Jahre Auktionsgeschichte. Der genaue Zeitplan wird noch bekanntgegeben.

Das Auktionswochenende im Überblick:

  • Samstag, 26.09.2026 - 60. Jubiläumsauktion
  • ab 7 Uhr Anlieferung und Begutachtung der Auktionsfohlen / Multifunktionshalle
  • 10 Uhr 60. Tiroler Haflinger Stutfohlen-Auktion / Fohlenhof Ebbs
  • Eintritt kostenpflichtig – Tickets im Vorverkauf & an der Tageskasse
  • Sonntag, 27.09.2026 – Haflinger-Erlebnistag
  • Generalversammlung der HWZSV, geführte Fachstationen, Vorführungen „Haflinger live“, Ehrung der Tiroler Meister im Haflinger-Pferdesport, Rückblick auf 60 Jahre Auktionsgeschichte und Parade der Generationen. Freier Eintritt, genauer Zeitplan folgt.

Sie suchen ein Haflinger-Fohlen für den Zucht-, Sport- oder Freizeitbereich? Dann besuchen Sie die 60. Tiroler Haflinger Stutfohlen-Auktion und steigern Sie von Anfang an mit – denn hier präsentieren sich an einem Ort und an einem Tag die besten Fohlen aller sieben Blutlinien aus dem Hochzuchtland Tirol. Wer Qualitätspferde kaufen möchte, kauft in Tirol.

Haflinger Pferdezuchtverband Tirol – Qualität verbindet. Qualität verpflichtet.

Information

Haflinger Pferdezuchtverband Tirol
Fohlenhof Ebbs
Schlossalle 27-29
A–6341 Ebbs
Tel: +43 5373 42210
info@haflinger-tirol.com
www.haflinger-tirol.com

Sechs Pferde grasen auf einer grünen Wiese in einer Berglandschaft bei Sonnenuntergang. Im Vordergrund blühen bunte Wildblumen. Der Himmel ist rosa gefärbt.

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